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03 Dic Was tun wenn man in Barcelona verhaftet wird?

Zu allererst: Beruhigen und entspannen Sie sich. Es klingt dumm, Ich weiß, aber viele Leute flippen aus wenn sie mit der Polizei zu tun haben. Dies macht keinen Sinn und ist nicht nur zwecklos, sondern im Gegenteil kontraproduktiv.

Und wenn das Adrenalin nachlässt, sind Sie erst recht niedergeschlagen.
Wie auch immer…Die Polizei nimmt eine Verhaftung nur vor, im Falle des Verdachtes oder von Anzeichen, dass eine Straftat begangen wurde. Nochmal, auch wenn es banal klingt: Lassen Sie mich klarstellen, dass kein Polizist Sie im Falle von Fehlverhalten in Gewahrsam nehmen wird. Er wird höchstens Ihre Aussage aufnehmen, oder Sie aufs Polizeirevier vorladen.
Für eine Verhaftung muss der Verdächtige in ein vermeintliches Verbrechen/eine Straftat verwickelt sein, welches/welche ein Strafmaß von mindestens 6 Monaten zur Folge haben.
(Natürlich kann es auch passieren, dass die Polizei erst später entscheidet, dass die Fakten eher auf ein Fehlverhalten als auf eine Straftat hinweisen. Aber dies ist eine andere, leidliche Angelegenheit.)
Sollten Sie verhaftet werden, bringt man Sie in jedem Fall auf das Polizeirevier. Die meisten Leute haben eine grobe Idee was ihre Rechte angeht, besonders wenn sie viele Polizei- und Gerichtsfilme gesehen haben. Aber lassen Sie mich Ihnen ein bisschen Einblick in das spanische System geben.
Einmal auf dem Polizeirevier wird man Sie im Regelfall über Ihre Rechte informieren. Selbstverständlich haben Sie das Recht auf einen Anwalt. Seit der letzten Gesetzesreform darf man seinen Anwalt vor, während oder nach der Aussage treffen. Sie dürfen eine Aussage machen ohne die Anwesenheit eines Rechtsanwaltes, aber dies ist absolut nicht empfehlenswert. Und ich sage das nicht aus professionellen Beweggründen. Generell hat eine Aussage auf der Polizeiwache wenig Einfluss auf das Prozedere. Deswegen raten wir Anwälte in der Regel dazu, die Aussage beim Polizeiverhör zu verweigern. Wir halten es für ratsam, vor dem Richter auszusagen, damit dieser über Ihre persönliche Situation und die weitere Vorgehensweise entscheiden soll. (z.B. ob Sie offiziell angeklagt werden und ob Sie inhaftiert bleiben)

Generell dauert die ganze „Polizeiprozedur“ bis zu 24h, bevor Sie vor den diensthabenden Richter kommen. Aber es ist rechtmäßig, Sie bis zu 72h festzuhalten, falls die Ermittlung es erforderlich macht.
Zusatzinformation für Barcelona und Umgebung: falls sie in Gewahrsam bleiben, bringt Sie die Polizei von Barcelona normalerweise auf die Wache, von wo aus die Polizeitransporter die Verhafteten des Vortages dann zum Gericht bringen.
Während des Polizeigewahrsams haben Sie Anspruch auf medizinische Versorgung und einen Übersetzer – kostenfrei. Bitte seien Sie sich bewusst, dass dies dauern kann, u.a. abhängig von der Tageszeit und der Sprache. Deshalb stellen Sie bitte sicher, dass Sie den Service auch wirklich brauchen. Das gleiche gilt für die Botschaft oder das Konsulat. Sie haben das Recht, die Botschaft über Ihre Verhaftung zu informieren. Jegliche Verzögerung von deren Seite liegt meistens an ihren Mitarbeitern.
Außerdem haben Sie das Recht, Familie oder Freunde zu informieren und einen Anruf zu tätigen.
Oh und ich habe vergessen zu erwähnen: Sollten Sie keinen Anwalt kennen oder sich keinen leisten können, wird Ihnen ein Pflichtverteidiger von der Anwaltskammer gestellt.

Alles in allem sieht das Ganze so aus:
Solange Sie in Polizeigewahrsam sind, werden Sie wenig darüber erfahren, was gegen Sie vorliegt. Von seitens der Polizei wird man Sie (und Ihren Anwalt) über die Art des Delikts, Datum und Uhrzeit der Verhaftung und einige Fakten informieren. Es kann vorkommen, dass wir Anwälte keinen Zugang zu allen Fakten und Beweisen gegen Sie (Zeugen, Aufnahmen und Polizeiaussagen) haben bis kurz vor dem Gerichtstermin. Diese Informationen – genau wie Ihre Rechte – werden auch schriftlich ausgehändigt.
Bei Ihrem ersten Gerichtstermin werden Sie und Ihr Anwalt formell und vollständig darüber informiert, was Ihnen zur Last gelegt wird. Spätestens jetzt hat die Verteidigung Zugang zum kompletten Polizeibericht und zur Fallakte.
Dieses erste Erscheinen vor Gericht dient der Bewertung/Einschätzung des Falles und der Anklage durch den Richter. Dann entscheidet er über Ihre Situation, z. B. ob Sie in Gewahrsam verbleiben oder nicht. Hierfür muss eine Straftat eine Gefängnisstrafe von mehr als 2 Jahren nach sich ziehen.
Gründe, um einen Verdächtigen in Gewahrsam zu behalten:
– Verdacht, dass der Angeklagte nicht zur Verhandlung erscheinen wird (Fluchtgefahr)
– Verdacht auf Manipulation von Beweisen
– Verdacht auf Wiederholungstat
– Verdacht auf Gefahr für Opfer oder Zeugen
Zu beachten ist hierbei, dass diese Punkte gut begründet und argumentiert sein müssen.
Zusammengefasst: Der Richter muss entscheiden, ob das Verfahren weitergeführt wird und des Weiteren ob der Angeklagte in Gewahrsam bleibt oder auf freien Fuß gesetzt wird. Letzteres kann an bestimmte Bedingungen geknüpft sein:
– Einstweilige Verfügung bestimmte Orte aufzusuchen oder bestimmte Personen zu kontaktieren
– In regelmäßigen Abständen bei der Polizei vorstellig werden
– Fahrverbot
– Obligatorischer Drogenentzug
– Kaution

So weit, so gut. Alle weiteren Schritte in diesem Verfahren gehören in ein anderes Kapitel.

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